Pressemitteilung: Arbeitskonflikt wegen Lohnprellerei bei der PPT Thüringen GmbH

Die FAU Jena führt derzeit einen Arbeitskonflikt gegen die Reinigungsfirma PPT Thüringen. Es bestehen offene Lohnforderungen von knapp 1.500 € gegenüber einem Gewerkschaftsmitglied. Am heutigen Tag findet um 15:30 Uhr diesbezüglich eine Kundgebung bei JENA-GEOS-Ingenieurbüro, einen Kunden der PPT, in der Saalbahnhofstraße 25c statt. Nachdem letzten Montag bereits vor dem Firmengelände der PPT in Jena-Zwätzen protestiert wurde, wird nun zu den Orten gegangen, an denen unser Mitglied gearbeitet hat.

Dies ist bereits der zweite Fall, den die FAU Jena in diesem Jahr gegen die PPT führt. Wieder geht es um vorenthaltenden Lohn. Im September diesen Jahres konnten wir schon einmal Lohnforderungen vor Gericht durchsetzen und dort eine Einigung erzielen. „Wir haben das Gefühl, dass hier systematisch Arbeitnehmern der ihn zustehende Lohn vorenthalten wird“ sagt Thomas Möller, Sekretär der FAU Jena. Darüber hinaus sind in keinem der uns bekannten Fälle die tariflichen Zuschläge für Nachtarbeit oder Überstunden gezahlt worden.

Bevor es dann am 9. Januar zur Güteverhandlung am Arbeitsgericht Gera (13:20 Uhr, Saal 310) kommt, wird am 21. Dezember um 10:30 Uhr eine dritte Kundgebung beim Fischer Autohaus (Brückenstraße 6, Jena-Zwätzen), einen weiteren Kunden der PPT, abgehalten. Die Planung für Aktionen nach dem Gütetermin, auch an anderen Standorten der PPT hat bereits begonnen. Auch konnte die FAU Jena Kontakt zu einem weiteren Arbeiter mit offenen Lohnforderungen herstellen, so dass eine dritte Lohneintreibung bevorsteht.

FAU Jena, 9. Dezember 2019

Systematischer Lohnbetrug bei PPT Thüringen?

Nächste Kundgebung: 21. Dezember 10:30 Uhr vor Fischer Autoaus (PPT-Kunde,  Brückenstr. 6, Jena Zwätzen)

— english Version below —
Die FAU Jena führt derzeit einen Arbeitskampf gegen die Reinigungsfirma PPT Thüringen. Es bestehen offene Lohnforderungen von über 1000 € gegenüber einem Gewerkschaftsmitglied, weswegen wir am 20. November Klage eingereicht haben und gewerkschaftliche Aktionen vorbereiten, um mit Nachdruck unser Recht zu erstreiten.
 
Dies ist bereits der zweite Fall in diesem Jahr, welchen die FAU Jena gegen die PPT führt und wieder geht es um vorenthaltenen Lohn. Im September diesen Jahres konnten wir schon einmal Lohnforderungen vor Gericht durchsetzen und dort eine Einigung erzielen. Diesmal werden wir uns aber nicht so einfach abspeisen lassen und auf die volle Summe gehen. Es sind uns weitere Fälle bekannt, wo es Probleme mit den Lohnzahlungen bei der PPT gibt, diese werden von uns beobachtet.

Weiter lesen „Systematischer Lohnbetrug bei PPT Thüringen?“

Pressemitteilung: Der Stura und die Beschäftigten

FAU Jena fordert vom Stura Kurswechsel im Umgang mit dem Personalrat und Beschäftigten

Seit dem 19.11.2019 hat der Studierendenrat (Stura) der Universität Jena einen neuen Vorstand. Die Bildungssektion der FAU Jena möchte dies zum Anlass nehmen, auf vergangene Missstände im Umgang mit dem Personalrat und seinen Rechten hinzuweisen und vom neuen Vorstand einen Kurswechsel zu fordern.

Die gesetzlich vorgeschriebenen monatlichen Gespräche zwischen dem Personalrat der Studierendenbeschäftigten und Vorstand haben seit mehreren Monaten nicht stattgefunden, was auf die grundlose, evtl. strategische Abwesenheit des Vorstands zurückzuführen ist. Dabei sind gerade diese Gespräche wichtig, um aktuelle Probleme transparent zu machen und zu beseitigen, aber ihnen auch vorzubeugen. Unsere wesentlichen Kritikpunkte sind im Folgenden aufgelistet:

– Beschäftigte werden seit Mai 2018 nicht nach dem vereinbarten Tarifvertrag bezahlt. Die Nachforderungen bewegen sich inzwischen insgesamt im höheren fünfstelligen Bereich.
– Die Einhaltung von Arbeitsschutzvorschriften, z.B. die Anfertigung von Gefährdungsbeurteilung, ist seit mehr als zwei Jahren überfällig.
– Der Personalrat hätte beteiligt werden müssen an der Personalplanung des Haushalts.
– Die Beteiligung des Personalrats bei Einstellung der Beschäftigten und anderen Personalentscheidungen war nicht gegeben.

Hierüber berichtete der Personalrat dem Stura am 29.10.2019 und forderte die Beteiligung ein.
Aus Sicht der Bildungssektion müssen die Rechte des Personalrats ständig eingefordert werden – trotzdem werden sie nicht ausreichend realisiert. Dies führt zu einer strukturellen Rechtsverkürzung und diese sind wiederum im Zweifelsfall zum Nachteil der Studierendenschaft. „Diesen unzumutbaren Zustand permanenter Rechtsverstöße sehen wir als FAU Jena in einem übergeordneten Kontext von Neoliberalisierungen an Hochschulen. Der Stura hilft mit, die Universität Jena dauerhaft zu entdemokratisieren“, so Josephine Albrecht von der Bildungssektion. „Wir fordern den Stura auf, nun endlich seinen Pflichten als Arbeitgeber nachzukommen und umgehend Verbesserungen bei den Personalfragen durchzusetzen.“

TOWANDA bleibt!

FAU Jena erklärt sich solidarisch mit Frauenzentrum TOWANDA!

Das Frauenzentrum TOWANDA Jena e. V. leistet seit 29 Jahren wichtige Arbeit für, mit und von Frauen* in Jena. TOWANDA bietet geschützte Räume für Frauen*, kostenfreie frauenparteiliche psychosoziale Beratung sowie Sozialberatung, zahlreiche Kurs- und Seminarangebote von Frauen* für Frauen*, Deutschkurse für geflüchtete Frauen* mit Kinderbetreuung (die einzigen geschützten Kurse für Frauen* in Jena und die einzigen Deutschkurse mit durchgehender eigener Kinderbetreuung in Jena!), eine Frauen* Fach-Bibliothek sowie queerfeministisch-politische Veranstaltungen und ist Jena- und thüringenweit mit zahlreichen queerfeministischen Initiativen und Organisationen vernetzt. Außerdem werden ihre Räume von verschiedenen queerfeministischen und weiteren emanzipatorischen Gruppen genutzt.

Aktuell plagen sie Existenzängste, da bis zum Jahresende noch 8.000 Euro Mietkosten gebraucht werden. Im Fall der Nichtzahlung verlieren sie ihre Räumlichkeiten und stehen vor dem Aus! Sie suchen Unterstützung!  Wir möchten an dieser Stelle auf ihren Spendenappell (Bankverbindung unter: https://www.frauenzentrum-jena.de/beratung/ ) und auch auf einen Aktionstag aufmerksam machen:

SAVE THE DATE: Am 28. November wird es einen Soli-Tag bei ihnen im Frauenzentrum sowie ein Soli-Konzert „TOWANDA BLEIBT!“ mit anschließender Soli-Party im Café Wagner geben. Ab 19 Uhr spielen The Absence of Corners, Sad Neutrino Bitches, Delirium Tremens & Aika Akakomowitsch für TOWANDA BLEIBT!

Syndikal 2020 im Lokal erhältlich

Für das kommende Jahr gibt es wieder einen Syndikal (anarchosyndikalistischer Taschenkalender), welchen ihr in unserem Lokal bekommen (solange der Vorrat reicht) oder auch direkt bei Syndikat-A bestellen könnt. Neben dem üblichen Kalender-Kram sind auch wieder viele Texte und Grafiken aus der (nicht-nur) anarchosyndikalistischen Bewegung enthalten.

Einladung zum gemeinsamen Schauen des Organizing-Webinars mit Jane McAlevey

Wir wollen Euch sehr hern zum 4-teiligen Online-Workshop der langjährige Organizerin Jane McAlevey einladen. Sie stellt Techniken und Strategien vor, Kämpfe, wie wir sie führen, zu gewinnen sind. Wir wollen das zum Anlass nehmen und uns über unsere Erfahrungen und Praxis austauschen, von einander lernen und gemeinsam weiter kämpfen. Der Workshop selbst dauert 90min, wir wollen vorher und hinterher mit Euch aber den Raum nutzen gemeinsam ins Gespräch zu kommen. Wir bereiten die Moderation und Snacks vor. Anschließend können wir noch etwas trinken und plaudern. (Näheres zum Workshop unten.)

Was? Workshop ‚wie wir lernen kämpfe zu gewinnen‘

Wann? 29.10., 12.11., 19.11., 26.11, je von 18:00 – 20:45 Uhr

Wo? FAU-Gewerkschaftslokal „Milly Witkop“ (Bachstr. 22, Jena)

Wenn ihr teilnehmen wollt, meldet euch bitte verbindlich per E-Mail unter kontakt-jena@fau.org an.

Eure FAU (Freie Arbeiterinnen- und Arbeiter-Union) Jena, IWW (Industrial Workers of the World), und Euer Koordinierungskreis des Frauen*streiks Jena

Weiter lesen „Einladung zum gemeinsamen Schauen des Organizing-Webinars mit Jane McAlevey“

Union Tour – Workers unite around the world. Nähfabriken in Asien

Jena 18.10. | 18 Uhr | Hörsaal 4 | Carl-Zeiss-Str. 3

Dian von der feministischen Gewerkschaft Inter-Factory Workers’ Federation (FBLP), welche insbesondere in Jakarta (Indonesien) ihren Fokus hat, sowie Chamila des Dabindu Collective (Sri Lanka) werden einen Input geben. Der Schwerpunkt liegt auf den Arbeits- und Lebensbedingungen der Näherinnen, insbesondere Gender-Based-Violence (GBV) sowie aktuellen Arbeitskämpfen. Anschließend soll in einen Austausch getreten und besprochen werden, was  vor Ort getan werden kann, um die Bemühungen der Näherinnen zu unterstützen.
Input wird auf Englisch gegeben und eine Übersetzung auf Deutsch  organisiert.

Mall of Shame – Der Protest der Straße und die Mühlen der Justiz

Veranstaltungstour Berlin 12.10. | Leipzig 13.10. | Jena 14.10. | Erfurt 15.10.

Prozess 16.10. 8:00 Uhr Kundgebung vor dem BAG Erfurt | 9:00 Uhr Prozess BAG | Gemeinsame Zugfahrt von Jena-West 07:00

Mall of Shame, pay the workers!“, schallte es vor fünf Jahren wochenlang in den Straßenschluchten am Potsdamer Platz, vor der Mall of Berlin. Wanderarbeiter aus Rumänien wandten sich gemeinsam mit der FAU Berlin gegen die gewerbsmäßige Abzocke von ausländischen
Arbeitskräften. Vereint gelang es, große Aufmerksamkeit und Solidarität bis in bürgerliche Kreise herzustellen. Für die Auszahlung der ausstehenden Löhne musste letztlich jedoch der Rechtsweg beschritten werden.

Die rumänischen Genossen betonten immer wieder, dass sie mit diesem Kampf ihre Würde zurück-
erlangen wollten – und dass ihnen dies gelungen ist. Nun, fünf Jahre nach den Ereignissen, kommt der Fall vor das höchste deutsche Arbeitsgericht: das Bundesarbeitsgericht in Erfurt. Die FAU geht den Rechtsweg damit weiter als andere Gewerkschaften. Sollte die bisherige Rechtsprechung korrigiert werden, könnte dadurch der Sub-Sub-Subunternehmersumpf mitsamt mutwilliger Insolvenzen trockengelegt werden.

Im Vorfeld der Verhandlung vor dem Bundesarbeitsgericht am 16. Oktober 2019 in Erfurt
beleuchten wir in einer Veranstaltungsreihe die immer noch spezifischen Ausbeutungsverhältnisse von Arbeitsmigrant*innen und die Möglichkeiten des Widerstands gegen die zunehmend
allgemeine Prekarität. Und blicken zurück auf den beispiellosen Kampf von selbstorganisierten Mitgliedern einer kleinen Basisgewerkschaft.

Weiter lesen „Mall of Shame – Der Protest der Straße und die Mühlen der Justiz“

Wann wenn nicht Jetzt – Workshop: Einführung ins Arbeitsrecht

Im Rahmen der Wann wenn nicht jetzt-Tour hält die FAU Jena am Dienstag, den 17. September um 17:30 Uhr im Klubhaus Saalfeld (Breitscheidstraße 1B, 07318 Saalfeld/Saale) einen kleinen Einführungsworkshop zum Thema Arbeitsrecht. Hier der Ankündigungstext:

In dem Workshop werden die grundlegenden Rechte von Arbeiter*innen am Beispiel eines typischen Minijobs dargestellt. Von der Probearbeit über den Urlaubsanspruch oder Lohnfort­zahlung im Krankheitsfall bis hin zur Kündigung. Anschließend werden an einem Beispielfall die Ansprüche ausgerechnet und Wege aufgezeigt, diese Ansprüche auch durchzusetzen.

Anschließend wird dann um 20:30 Uhr am gleichen Ort der Film Luft zum Atmen gezeigt, welcher wir auch schon in Jena hatten.

Weiter lesen „Wann wenn nicht Jetzt – Workshop: Einführung ins Arbeitsrecht“