Freie Arbeiter*innen Union Jena
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Ein Veranstaltungsplakat mit rosa Rahmen und weißem Hintergrund. Oben steht in großer, fetter, rosa Schrift der Titel: „Kritik des Autoritarismus“, darunter die Unterzeile: „K-Gruppen als Zuspitzung einer autoritären Gesellschaftsform“. Rechts daneben steht der Text: „Vortrag und Diskussion mit Jonathan Eibisch“. In der Bildmitte ist ein Foto zu sehen: Eine Hand hält einen roten Schlüsselanhänger (in Form einer stilisierten Figur) an den Kronkorken einer Bierflasche, um diese zu öffnen. Unten rechts stehen die Veranstaltungsdetails in rosa Schrift: „05.01. 19 Uhr, Gewerkschaftslokal, Bachstraße 22, 07743 Jena“. Unten links befindet sich das Logo der „FAU“ (Freie Arbeiterinnen- und Arbeiter-Union) – ein schwarz-rotes Rechteck mit einer weißen Katze und dem Schriftzug „FAU“.
05.01.2026, 19:00 to 21:00

Kritik des Autoritarismus K-Gruppen als Zuspitzung einer autoritären Gesellschaftsform

— Vortrag und Diskussion —

Sogenannte Kader-Gruppen verschiedener Ausrichtung sind seit ca. 2021 deutschlandweit, sogar europaweit auf dem Vormarsch. Das Phänomen, welches in den 70er und 80er Jahren der BRD bekannt wurde, wurde wiederbelebt. Neoleninistische Gruppierungen bleiben dabei keineswegs nur obskure Vereinigungen von hängengebliebenen Alt-Genoss*innen. Vielmehr ziehen sie verstärkt junge Menschen an und reklamieren den Faktor Militanz für sich.

Für Anarchist*innen ist diese Entwicklung aus mehreren Gründen ärgerlich und beängstigend. Zum einen werden autoritäre Kommunist*innen als unliebsame Konkurrenz erlebt. Andererseits kann bei ihnen zurecht verkürzte Herrschaftskritik, verbunden mit aufgewärmten, billigen Versprechungen konstatiert werden. Weiterhin prägen sie ihre Mitglieder und Sympathisant*innen in autoritären Denkmustern und Verhaltensweisen und instrumentalisieren Bündnisse um ihre Machtbasis auszubauen.

Schauen wir genauer hin, wird deutlich, dass der Auftrieb des neoleninistischen Pseudo-Kommunismus Ausdruck und Symptom von umfangreichen autoritären Zuspitzungen in der Gesellschaftsform insgesamt ist. Wie in den 70er Jahren handelt es sich bei ihm um eine Verfallserscheinung von emanzipatorischen sozialen Bewegungen. Diese geht mit der Zunahme staatlicher Repression, der Faschisierung weiterer sozialer Milieus, der Verdrängung grundlegender Krisenerscheinungen, dem Angriff auf die liberale Demokratie, sowie mit dem Abbau sozialer Sicherungen, einher.

Wer K-Gruppen kritisiert, muss sich ebenso die Frage stellen, warum die AfD mittlerweile die meisten Stimmenanteile erhält und ein großer Teil der Bevölkerung extrem rechte Ansichten teilt oder offen unterstützt. Thematisiert werden muss, wie Regierungen Minderheiten in Geiselhaft nehmen, um autoritäre Maßnahmen durchzusetzen oder warum viele aggressiv darauf reagieren, wenn Menschen sich selbst bestimmen wollen.