tegut… gute Lebensmittel – bescheidene Arbeitsbedingungen

Der tegut… in Jena gilt als beliebter Arbeitgeber bei Studierenden. Es gibt mit 10,57 € mehr als den Mindestlohn und zusätzlich kommen Aufschläge für Spät- oder Wochenendarbeit hinzu. 
Damit hört es dann aber schon auf, denn die Studierenden sind als kurzfristig Beschäftigte über einen auf ein Jahr begrenzten Rahmenvertrag angestellt. Das bedeutet, dass tegut… mit den Studierenden innerhalb dieses Rahmenvertrags mündlich eintägige, befristete Arbeitsverträge schließt. Insgesamt maximal 70 Stück (= 70 Tage), damit es noch als kurzfristige Beschäftigung gilt. Zu Stande kommen diese skurrilen eintägigen Verträge – die auch an der Uniklinik bei den Pflegeassistent*innen zu finden sind – dann mit Schichtbeginn, sprich bei Erkrankung gibt es keine Entgeltfortzahlungen, da für den Tag kein Vertrag geschlossen wurde. Ebenso wird auf dieser “Vertragsgrundlage” der Urlaubsanspruch abgelehnt, da ein Urlaubsanspruch erst nach einmonatiger Beschäftigung entsteht.

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Prüfungsberatung des StuRa der Uni Jena soll zusammengekürzt und Prüfungsberater gekündigt werden

In der morgigen Sitzung des Studierendenrates der Universität Jena soll ein Antrag behandelt werden, der eine „Umstrukturierung“ der Prüfungsberatung vorsieht. Diese läuft de-facto auf eine Kürzung des Angebots in der Prüfungsberatung und die Entlassung des aktuell beschäftigten Prüfungsberaters hinaus. Diese Maßnahme geht damit nicht nur zu Lasten der StuRa-Beschäftigten, sondern auch der Studierendenschaft insgesamt.

Konkret wird beantragt, die Prüfungsberatung bis 2020 „umzustrukturieren“ und sie künftig von einem freiberuflichen Anwalt durchführen zu lassen. Dieser solle sich einarbeiten und dann sieben Stunden pro Woche eine Sprechstunde anbieten. Im Antrag wird „positiv“ auf den Einspareffekt verwiesen. Der StuRa als Arbeitgeber habe dann keinen Urlaubsanspruch, kein Krankengeld etc. mehr zu bezahlen.

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Wie wenig Respekt verdient eine Hilfskraft an der Uni Jena?

Update vom 14.01.: Bei der Güteverhandlung präsentierte die Uni einen schriftlichen Nachweis, der unserem Kollegen nach Eigenaussage bis dahin unbekannt gewesen war. Damit kann sie ihn vertraglich abgesichert an der ganzen Uni einsetzen. Infolgedessen haben wir den folgenden Beitrag auf Aufforderung der Uni an drei Stellen leicht geändert.

Güterverhandlung 9. Januar 9:40 Uhr Arbeitsgericht Gera Saal 317

Anfang 2018 hatten wir als FAU Jena für eine studentische Hilfskraft bessere Arbeitsbedingungen erkämpft: tarifvertragliche Bedingungen (= mehr Lohn und Urlaub) und Entfristung. Ihm wurde eine Stelle im Internationalen Büro zugewiesen, wo er Daten statistisch ausgewerten sollte. Dies war als Arbeit von zu Hause vereinbart worden. Alles lief wunderbar. Die Arbeit war ansprechend und die Chefin mit den Ergebnissen zufrieden. Dann wurde dem Kollegen ein neuer Arbeitsort in der universitären Bibliothek (Thulb) zugewiesen. Damit erhielt er auch einen geringeren Lohn als zuvor.

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Was uns der Fall „Giancarlo“ zu sagen hat

Ende Juni 2018 hat eine portugiesische Arbeiterin die Weimarer Giancarlo-Gruppe verlassen – unter welchen Umständen, sollte Streitpunkt eines viermonatigen Konflikts werden. Uns, der FAU Jena, konnte sie glaubhaft vermitteln, dass sie fristlos gekündigt wurde und so stellten wir für sie eine Kündigungsschutzklage, machten auf den Fall aufmerksam und organisierten eine Protestkundgebung gemeinsam mit migrantischen Arbeiter*innen aus Weimar vor dem Eiscafé Giancarlo und dem Restaurant Mi Piace. In der Güteverhandlung Anfang August hat die Giancarlo-Gruppe dann einen unterzeichneten Aufhebungsvertrag aus dem Hut gezaubert. Wir haben unsere Klage nun zurückgezogen. Im Folgenden wollen wir vom Konflikt berichten, diese Entscheidung begründen und einige Schlussfolgerungen ziehen.

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Gerichtliche Einigung mit dem Triathlon-laden erzielt

In der Güteverhandlung am 20. August konnten die FAU Jena im Konflikt mit dem Triathlon-laden.de eine Einigung erzielen. Der Richter stellte schnell klar, dass ein Arbeitsverhältnis – im gerichtlichen Vergleich auf Wunsch der Gegenseite als Praktikumsverhältnis betitelt – vorlag. was der Arbeitgeber ursprünglich bestritt, und die Frage nur sei, zu wann dieses beendet werden soll. Letztendlich ließen wir uns auf den 30. Juni als Enddatum ein unter Voraussetzung, dass für den Monat Juni das volle Gehalt gezahlt wird. Damit konnten wir die Forderung der Kollegin durchsetzen und erwarten die Zahlung. Sobald diese ankommt, ist der Konflikt damit für uns beendet.

Kommt zur Kundgebung vorm Triathlon-Laden in Jena-Ost am 14. August

Wie wir Mitte Juli berichtet haben, wurde eine Kollegin im Triathlon-Laden in Jena-Ost nach zwei Wochen Arbeit rausgeschmissen und mit 100€ abgespeist. Das finden wir eine Unverschämtheit und zeigt noch einmal, wie unsere Bosse denken, mit uns herumspringen zu können! Wir wollen dem Chef vom Triathlon-Laden zeigen, dass wir damit gar nicht einverstanden sind und ihn auf die ausstehende Lohnzahlung hinweisen. Wir treffen uns am Dienstag, 14. August, um 11 Uhr vor dem Triathlon-Laden in der Karl-Liebknecht-Straße 1a. Wenn ihr Zeit habt, kommt gerne vorbei!

Kundgebungen vor Einrichtungen der Weimarer Giancarlo-Gruppe nach fristloser Kündigung

Nachdem eine Angestellte der „Gelateria Giancarlo“ fristlos gekündigt wurde, weil sie nach ihrem Trinkgeld gefragt hatte, fanden am Donnerstag dem 2. August vor der „Gelateria Giancarlo“ und dem Restaurant „Mi Piace“, beide Teil der Weimarer Restaurantkette „Gruppo Giancarlo“, Kundgebungen mit rund 20 Teilnehmer*innen statt.

Gute zwei Stunden lang wurden – begleitet von Redebeiträgen – Flyer verteilt und Gespräche mit den Passant*innen geführt. Diese zeigten sich größtenteils sehr aufgeschlossen gegenüber der Problematik und begrüßten die Aktion. Viele Gesprächspartner*innen äußerten, dass die miserablen Arbeitsbedingungen bei der Giancarlo Gruppe in der Stadt bekannt seien und berichteten teilweise von eigenen Erfahrungen als frühere Angestellte bzw. bei Bewerbungsgesprächen in den Einrichtungen der Giancarlo-Gruppe.

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Solidarität mit der gefeuerten Arbeiterin gegen die Willkür des Chefs!

[English follows German]

Aufruf der FAU Jena zu Protestkundgebungen vor Läden der Giancarlo-Gruppe in Weimar

2. August 2018, 17:00 Uhr vor der Gelateria Giancarlo in der Schillerstraße 11 und 18:00 Uhr vor dem Mi Piace in der Puschkinstraße 1

Diesen Sommer wurde eine Arbeiterin von der Giancarlo Gruppe gefeuert, nachdem sie vom Chef das Trinkgeld gefordert hatte. Außerdem wurde sie aus ihrer Wohnung geschmissen, denn sie und ihre Kolleg_innen wohnen in Wohnungen, die ihnen von ihren Chef vermietet werden. Wir haben dazu bereits eine Veröffentlichung gemacht und eine Kündigungsschutzklage eingereicht. Die Güteverhandlung mit der Giancarlo-Gruppe findet am 6. August in Erfurt statt.

Wir wollen der Giancarlo-Gruppe nun mit Protestkundgebungen vor ihren Läden zeigen, dass wir uns das nicht gefallen lassen! Außerdem möchten wir die Menschen in Weimar darüber informieren, unter welchen Bedingungen migrantische Arbeiter_innen in den Vorzeigerestaurants ihrer Vorzeigestadt arbeiten müssen. Kommt alle vorbei!


Workers‘ Solidarity Against Arbitrary Bosses!

Call of FAU Jena to protest rallies in front of branches of the Weimar Giancarlo group

2nd August, 2018, 5 pm in front of Gelateria Giancarlo at Schillerstraße 11 an 6 pm in front of Mi Piace at Puschkinstraße 1

This summer one worker was fired by the Giancarlo group after demanding the tips from her boss. Moreover, she was also kicked out of her flat as she and her colleagues live in flats rented to them by their very bosses. We have already made a publication and filed a lawsuit against the dismissal. The conciliation hearing will take place on 6th August in Erfurt.

Now we want to show Giancarlo group with protest rallies in front of their branches that we won‘t put up with that! We also want to inform people from Weimar about the conditions in which immigrant workers have to work in the showpiece restaurants of their showpiece city. Join the protest!

Wegen Ausbeutung und Arbeitgeberwillkür: Arbeiterin wehrt sich gegen die Giancarlo Gruppe in Weimar

Nachdem die Weimarer Restaurantkette ‚Gruppo Giancarlo‘ in der Vergangenheit aufgrund baurechtlicher und veranstaltungsrechtlicher Probleme auffällig war, dringen nun arbeitsrechtliche Missstände ans Tageslicht. Neben den in der Gastronomie üblichen Verstößen u.a. gegen das Arbeitszeitgesetz leben die meist migrantischen Angestellten in extremer Abhängigkeit vom Arbeitsverhältnis und sind so der Willkür der Bosse ausgesetzt. Mehrere portugiesische Arbeiter*innen haben sich jetzt innerhalb der FAU Jena organisiert.

In einem konkreten Fall wurde eine Angestellte fristlos gefeuert, nachdem sie nach dem ihr zustehenden Trinkgeld gefragt hatte. Die FAU Jena geht nun mit gewerkschaftlichen und juristischen Mitteln gegen die Kündigung vor. Im Zusammenhang damit kommt es am 6. August zur Güteverhandlung vor dem Arbeitsgericht Erfurt. Im Zuge der Auseinandersetzung sind weitere Missstände sichtbar geworden.

Die migrantischen Arbeiter*innen, überwiegend aus Portugal, Rumänien und Polen, werden direkt in ihren Herkunftsländern angeworben und in Wohnungen untergebracht, welche von der Restaurantkette selbst angemietet werden. Mit dem Arbeitsvertrag wird ein einseitiger Mietvertrag mit dem Arbeitgeber unterschrieben und die Miete wird direkt vom Lohn abgezogen. Bei oben genannter Kündigung des Arbeitsverhältnisses ging damit zugleich die Aufforderung einher, die Wohnung innerhalb von vier Tagen zu verlassen. Die Kollegin wurde wegen ihrer legitimen Forderung also im wahrsten Sinne des Wortes unvermittelt auf die Straße gesetzt.

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Gefeuert und um Lohn geprellt! Arbeitskampf im Triathlon

Im Mai und Juni 2018 hat eine Kollegin in knapp zwei Wochen insgesamt 41,5 Stunden beim Triathlon Laden in Jena Ost gearbeitet. Mündlich war zunächst eine Beschäftigung von 20 Wochenstunden für einen Monat vereinbart. Über eine Erhöhung der Wochenstundenzahl sollte nach Ablauf dieses Zeitraumes entschieden werden. Einen schriftlichen Arbeitsvertrag hat die Kollegin während dieser Zeit auch auf Nachfrage nicht erhalten – dieser sollte erst Ende Juni erstellt werden. Nach Ablauf der ersten zwei Wochen wurde die Genossin dann unvermittelt beim Arbeitsantritt darauf hingewiesen, dass sie nicht mehr zu erscheinen bräuchte und wurde für die geleistete Arbeit mit 100 Euro abgespeist. Also mit einem Stundenlohn deutlich unterm Mindestlohn!

Als FAU haben wir den Chef darauf hingewiesen, dass eine mündliche und fristlose Kündigung rechtswidrig ist, das Arbeitsverhältnis damit weiterhin besteht und weitere Lohnansprüche entstehen. Wir haben zeitgleich eine Kündigungsschutzklage beim Arbeitsgericht Gera eingereicht, welches die Güteverhandlung auf den 20. August 10:20 Uhr festgelegt hat.

Bisher kam es nur zu einer ablehnenden Reaktion des Arbeitgebers, wonach es angeblich nur ein Praktikum war. Wir werden zeitnah mit gewerkschaftlichen Maßnahmen den Druck weiter erhöhen, um die Rechte der Kollegin durchzusetzen.