Freie Arbeiter*innen Union Jena
Freie Arbeiter*innen Union Jena
@fau.jena@jena.fau.org

Hier gibts neues aus eurer kämpferischen Basisgewerkschaft in Jena!
#anarchismus #gewerkschaft
#anarchosyndikalismus

214 Beiträge
40 Folgende

Schlagwort: Streik

  • „Für ein gutes Leben für Alle“: Warnstreik auf dem Ernst-Abbe-Platz am 14. Januar 2026 Jena

    „Für ein gutes Leben für Alle“: Warnstreik auf dem Ernst-Abbe-Platz am 14. Januar 2026 Jena

    Gestern Mittag, genauer gesagt um 5 vor 12, haben sich etwa 300 Kolleg*innen vom Universitätsklinikum Jena, der Friedrich-Schiller-Universität, der Ernst-Abbe-Hochschule, dem Studierendenwerk Thüringen und einige weitere auf dem Ernst-Abbe-Platz in Jena versammelt. Sie forderten bessere Arbeitsbedingungen und ein gutes Leben für alle, so Gewerkschaftssekretärin Teresa Gärtner (ver.di).

    Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) hatte im Rahmen der laufenden Tarifrunde im öffentlichen Dienst der Länder (TV-L) zu dem Warnstreik aufgerufen.
    In Reden und auf Bannern und Schildern wurden Themen wie die steigenden Lebenshaltungskosten der letzten Jahre, die immer höhere Arbeitsbelastung durch hohe Fluktuation oder Unterbesetzung und die immer noch gravierenden Unterschiede in Arbeitszeit und Entgelt zwischen Ost und West adressiert. „Die Lohnmauer muss fallen“, hieß es in Redebeiträgen verschiedener Beschäftigter. In den Tarifverhandlungen werden unter anderem mindestens 7 % mehr Entgelt oder mindestens 300 Euro sowie 200 Euro mehr für Auszubildende und eine unbefristete Übernahme nach der Ausbildung gefordert.

    Außerdem soll ein Tarifvertrag für Studierende etabliert werden: der TV-Stud. Dieser sieht eine höhere Bezahlung und eine längere Mindestlaufzeit von Arbeitsverträgen für studentisch Beschäftigte vor. So sollen jahrelange Kettenbefristungen und die damit verbundene finanzielle Existenzangst verhindert werden.

    Nach dem Streiktag ist vor dem Streiktag

    Eine rot-schwarze Flagge der Freien Arbeiterinnen- und Arbeiter-Union (FAU) weht im Wind vor dem Eingang zur Uni auf dem Abbe Platz in Jena. Die Flagge ist diagonal geteilt: Die obere linke Hälfte ist rot, die untere rechte Hälfte ist schwarz. Im Zentrum der Flagge stehen in großen, weißen Buchstaben die Initialen „FAU“. Darunter befindet sich in kleinerer, weißer Schrift die Internetadresse „www.fau.org“. Auf dem schwarzen Teil der Flagge, ganz rechts, ist das Logo der Gewerkschaft zu sehen: eine weiße, stilisierte, buckelnde Katze in einem weißen Kreis. Im unteren Bildrand ist ein Teil einer weiteren rot-weißen Flagge sowie ein Stück eines weißen Zeltes erkennbar. Der Hintergrund ist leicht unscharf und zeigt ein mehrstöckiges Gebäude mit großen Fensterfronten und blauen Metallstreben. Rechts im Bild ragt ein kahler Baum empor. Die gesamte Szene wirkt wie eine Aufnahme von einer Kundgebung oder Demonstration im Freien.

    Die FAU Jena solidarisiert sich mit allen Beschäftigten, die heute für eine bessere Zukunft auf die Straße gegangen sind. Der Arbeitskampf geht weiter. Wir Arbeiter:innen müssen uns regional und in Brancheninitiativen zusammenschließen, dauerhafte stabile Gruppen aufbauen und unsere Interessen immer wieder aktiv einfordern und erkämpfen.

    Mehr Beiträge:

    Fediverse reactions
  • Solidarität mit dem Streik der polnischen Kolleg* innen

    Solidarität mit dem Streik der polnischen Kolleg* innen

    Seit dem 3. Juni streiken 80 % der Produktionsarbeiter*innen in dem 300 Beschäftigte zählenden Werk unserer polnischen Schwestergewerkschaft Inicjatywa Pracownicza (IP) in der Firma Jeremias in Gniezno! Sie kämpfen für eine monatliche Lohnerhöhung von 180 Euro, längere bezahlte Pausen und die Auszahlung von Überstunden nach einem Monat statt nach einem Jahr.

    Die deutsche Muttergesellschaft, die Jeremias Abgastechnik GmbH mit Sitz in Wassertrüdingen, Bayern, hat ihren Umsatz zwischen 2015 und 2023 von 64 auf 210 Millionen Euro mehr als verdreifacht. Der fünfköpfige Vorstand der polnischen Tochterfirma zahlte sich selbst in 2024 über 1,8 Millionen Złoty (eine knappe halbe Million in Euro) aus. Gleichzeitig sollen die polnischen Arbeiter*innen mit Löhnen unter Branchendurchschnitt die Gewinne erwirtschaften. Das Unternehmen kassiert sogar staatliche Beihilfen für Gefangenenarbeit.

    Der Arbeitskonflikt dauert bereits über acht Monate und mündete am 3. Juni nach einer erfolgreichen Urabstimmung in den aktuellen Streik. Die Geschäftsführung hat zwei Gewerkschafter der IP entlassen und versucht die Streikenden in einem Lagerhaus ohne Wasserzugang zu isolieren. Sie droht mit Produktionsverlagerung und hat die US-Anwaltskanzlei Littler beauftragt, die Rechtmäßigkeit des Streiks anzufechten.

    Die Kolleg*innen arbeiten unter schwierigen und gefährlichen Bedingungen mit schweren Metallteilen und schädlichen Chemikalien. Die schlechten Arbeitsbedingungen in Polen drücken auch die Standards in Deutschland. Deshalb rufen wir als FAU und IP besonders die deutschen Kolleg*innen im Stammwerk Wassertrüdingen auf: Lasst euch nicht als Streikbrecher missbrauchen! Der Streik in Gniezno ist auch im Interesse der Beschäftigten in Wassertrüdingen.

    OZZ Inicjatywa Pracownicza
    IBAN PL88 2130 0004 2001 0577 6570 0001
    Code BIC/SWIFT: INGBPLPW
    Volkswagen Bank direct