Außergerichtliche Einigung mit Nordhäuser Hausmeister und Paketzusteller Rolf Hübsch

Von dem ausstehenden Lohn, den eine Arbeiterin aus Nordhausen erfolglos von ihrem ehemaligen Arbeitgeber mündlich gefordert hatte, konnte sie mit Unterstützung der Gewerkschaft FAU Jena durch Öffentlichkeitsarbeit und eine Klage zumindest einen Teilbetrag durchsetzen.

„Die Arbeiterin macht geltend, dass sie für mehrere Stunden und Tage geleisteter Arbeit nicht bezahlt worden sei – darunter zwei Wochen Probearbeit. Nach geltendem Arbeitsrecht ist Probearbeit voll zu vergüten!“, so die Gewerkschaft im Januar 2021.

Nach Öffentlichkeitsarbeit und Klagestellung am Arbeitsgericht durch die FAU Jena hat der Chef im Frühsommer 2021 eingelenkt. Im Rahmen einer außergerichtlichen Einigung und nach einer zusätzlichen Mahnung durch die Gewerkschaft zahlte er einen großen Teil der offenen Summe, die sich aus nicht-bezahlter Probearbeit ergab.

Lohnklau, falsche Interpretationen von Probearbeit oder Einfühlungsverhältnissen, Kündigungen, nicht bezahltes Urlaubsentgelt, nicht bezahlte Krankheitstage oder das Vorenthalten vertraglich festgehaltene Prämien – wie dieser und Berichte aus anderen Syndikaten in der Region zeigen, ist es wichtig, dass Arbeiter*innen ihre Rechte kennen, verteidigen und ihre Ansprüche geltend machen. Chef*innen versuchen immer wieder, insbesondere in Pandemiezeiten, möglichst hohe Profite auf Kosten von Arbeitnehmer*innen zu ergattern.

Um strukturelle Veränderungen zu bezwecken, ist es wichtig sich zu organisieren und Missstände gemeinsam und solidarisch anzugehen – die Basisgewerkschaft FAU ist dafür eine tolle Möglichkeit.

So zeigen es aktuelle Arbeitskämpfe aus anderen Syndikaten. Die FAU Leipzig hat in den letzten Monaten in einem mexikanischen Restaurant und bei Domino’s Pizza ausstehende Löhne eingetrieben. Die FAU Berlin hat einem gekündigten Mitglied beim Call-Center SYKES offene Ansprüche aus Überstunden, Resturlaub und Bonusprämien durchgesetzt. Zwischen der FAU Halle und dem Cafe „Roter Horizont“ gab es bislang keine Einigung in Bezug auf ein vermeintliches „Einfühlungsverhältnis“ eines Angestellten – die FAU wird im nächsten Schritt vor Gericht beweisen, dass es ein Arbeitsverhältnis gab, welches bezahlt werden muss! In Plauen hat die FAU einem Mitglied und Beschäftigten der Bahnhofsbäckerei-Kette Scoom/Cuccis 5 Monate an vorenthaltenen Löhnen rausgeholt. Diese stand schon des öfteren für die ausbeuterische Beschäftigung von Migrant:innen in der Kritik. Solidarische Grüße an dieser Stelle an die Arbeiter:innen!

[ssba]

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