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FAU Jena: hier gibts neues aus eurer kämpferischen Basisgewerkschaft in Jena!
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Schlagwort: Gewerkschaft

  • Krank nach der Kündigung? Dann gibt’s kein Lohn! – Wie eine Fast-Food-Kette ein BAG-Urteil zur Lohnverweigerung nutzt

    Krank nach der Kündigung? Dann gibt’s kein Lohn! – Wie eine Fast-Food-Kette ein BAG-Urteil zur Lohnverweigerung nutzt

    Unserem Mitglied wurde nach einer Krankschreibung mit Verweis auf ein Urteil des Bundesarbeitsgerichts die Lohnfortzahlung verweigert. Wir haben fast 800 Euro zurückgeholt. Das ist kein Einzelfall, sondern zeigt eine wachsende Praxis der Arbeitgeber:innenseite. Wir erklären, was dahintersteckt und was ihr im Krankheitsfall nach einer Kündigung beachten solltet.

    Zwei Jobs, eine Kündigung, null Euro

    Unser Mitglied arbeitete bei einer Fast-Food-Kette in Jena in zwei parallelen Arbeitsverhältnissen: in einem regulären Job mit 35 Wochenstunden bei einer Gesellschaft und zusätzlich in einem Minijob bei einer weiteren GmbH desselben Unternehmens. Nach der Kündigung beider Arbeitsverhältnisse erkrankte unser Mitglied und ließ sich für die verbleibende Zeit ärztlich arbeitsunfähig schreiben.

    Die Antwort des Unternehmens: keine Lohnfortzahlung in keinem der beiden Arbeitsverhältnisse. Als Begründung berief sich das Unternehmen auf eine Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts (BAG) aus dem Jahr 2023 (Az. 5 AZR 248/23). Das BAG hatte geurteilt, dass eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung unter bestimmten Umständen angezweifelt werden kann, etwa wenn die Krankschreibung exakt bis zum letzten Arbeitstag reicht. Der Zufall, ausgerechnet ab der Kündigung bis genau zum Ende krank zu sein, sei verdächtig.

    Was das Gericht für einen konkreten Einzelfall entschieden hat, wird seither von Arbeitgeber:innen gerne angewendet: Wer krank bis genau zum letzten Arbeitstag ist, bekommt kein Geld. Ohne Prüfung des Einzelfalls, ohne Rücksicht auf den tatsächlichen Gesundheitszustand und die Lebenssituationen.

    Das bedeutet:

    • Die Beweislast dreht sich gegen die Kranken um: Ärzt:innen besitzen Fachwissen über Krankheiten, sie stellen die Arbeitsunfähigkeit fest und stellen die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung aus. Mit der neuen Verweigerungspraxis reicht das jedoch nicht mehr aus. Wer sich wehren will, muss im Zweifel Diagnosen, Symptome und Krankengeschichte offenlegen, ausgerechnet vor Richter:innen und Richtern ohne medizinische Ausbildung.
    • Dagegen vorzugehen lohnt sich nicht und die Arbeitgeber:innen wissen das: Gerade in gering bezahlten Jobs wie der Gastronomie geht es oft um wenige Hundert Euro. Anwaltskosten übersteigen den Streitwert schnell. Für die, die allein klagen, rechnet sich das faktisch nicht, selbst bei guter Rechtslage.
    • Die Abschreckung ist gewollt: Wer fürchten muss, am Ende ohne Lohn dazustehen, lässt sich vielleicht erst gar nicht krankschreiben und schleppt sich womöglich krank auf Arbeit.

    Das Ergebnis: Lohnverweigerung, die juristisch hochgradig angreifbar ist, aber praktisch funktioniert, weil sich zu wenige wehren.

    Was ihr daraus mitnehmen könnt:

    1. Begrenzt die Krankschreibung nicht künstlich aufs Vertragsende: Maßgeblich ist allein euer Gesundheitszustand. Seid ihr über das Vertragsende hinaus arbeitsunfähig, lasst die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung auch darüber hinauslaufen. Das schadet euch nicht, auch wenn dies in der anschließenden Arbeitslosigkeit formal nicht nötig wäre.
    2. Dokumentiert lückenlos: Arztbesuch am ersten Krankheitstag, Folgebescheinigungen ohne Lücken.
    1. Widersprecht schriftlich: Verweigern Arbeitgeber:innen die Lohnfortzahlung, besteht schriftlich auf eurem Anspruch (§ 3 Entgeltfortzahlungsgesetz, gilt übrigens auch für Minijobber:innen). Macht klar, dass eine ärztliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorliegt und das Urteil eine pauschale Verweigerung nicht rechtfertigt.
    1. Holt euch früh Unterstützung. Je früher ihr druckfähig auftretet, desto eher geben Arbeitgeber:innen nach.

    Für unser Mitglied hätte sich der Rechtsweg nicht gerechnet, da die Anwaltskosten den Streitwert überstiegen hätten. Wir als Gewerkschaft kündigten jedoch Öffentlichkeitsarbeit zum Fall an. Daraufhin zeigte sich die Arbeitgeber:innenseite gesprächsbereit und wir konnten eine Einigung über eine anteilige Lohnnachzahlung von knapp 800 Euro erzielen.

    Unser Mitglied ist mit dem Ergebnis zufrieden, gleichzeitig halten wir fest: Vollständig gezahlt hat die Fast-Food-Kette nicht. Für diese sind 800 Euro Kleingeld; für unser Mitglied geht es um Miete und Lebensunterhalt.

    Wenn euch das passiert: Meldet euch bei uns. Organisiert euch am Arbeitsplatz, denn Ausbeutung soll sich nicht mehr lohnen.

    Solidarische Grüße
    die FAU Jena

    Fediverse reactions
  • Zukunft erkämpfen: Drei Veranstaltungen zur Klimakatastrophe, Solidarität & postkapitalistischen Perspektiven

    Zukunft erkämpfen: Drei Veranstaltungen zur Klimakatastrophe, Solidarität & postkapitalistischen Perspektiven

    Die Klimakatastrophe ist da und mit ihr die Frage, wie wir darauf antworten. Verzweiflung? Verdrängung? Oder der Versuch, gemeinsam etwas aufzubauen? Wir als Klimagruppe der FAU Jena haben für diesen Herbst drei Veranstaltungen organisiert, die genau diese Frage aus unterschiedlichen Richtungen angehen. Die ersten beiden finden im Rahmen der ALOTA Jena statt. Hier die Übersicht:


    🎬 Samstag, 17.10. | 16:15–18:15

    Jeder Acker, jede Fabrik – Ideen für eine notwendige Revolution

    ein Film von Labournet TV und AngryWorkers

    Ein farbenfrohes Plakat in Gelb, Violett und Blau. Oben links in einem gelben Kasten stehen die Daten: Samstag, 17.10. um 16:15 Uhr, Uni Jena, Hörsaal 4, Carl-Zeiß-Straße 3, Jena. Im Hintergrund ist eine Frau an einer Nähmaschine zu sehen. In großen, violetten Buchstaben steht zentral der Titel: „JEDER ACKER JEDE FABRIK“. Links daneben steht der Text: „Ideen für eine notwendige Revolution“. Rechts steht: „Ein Film von Labournet TV und AngryWorkers“. Das Design ist collagenartig mit Punkten und Wellenlinien. Unten links sind die Logos der FAU und einer weiteren Organisation, unten rechts das Logo von Labournet TV zu sehen.

    Wir stecken in einer Systemkrise, und die Frage „Sozialismus oder Barbarei“ ist wieder auf dem Parkett. Was können wir von den Bewegungen der 1970er lernen – und was von den Kritiker*innen der Sowjetbürokratie? Was haben Arbeiter*innen zu sagen, die sich heute auf Gemüseäckern, in Umspannwerken, Krankenhäusern oder U-Bahnschächten wehren?

    Aus all diesen Stimmen entwickelt der Film ein konkretes Bild des Übergangs in eine postkapitalistische Gesellschaft – und die Grundzüge einer Planwirtschaft von unten. Im Anschluss diskutieren wir mit den Filmemacher*innen, u.a. bekannt durch den Film Der laute Frühling – Gemeinsam aus der Klimakrise.

    📍 Uni Jena, Hörsaal 4 | Carl-Zeiß-Straße 3, Jena

    im Rahmen der ALOTA Jena

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    📖 Sonntag, 18.10. | 16:00–18:00

    Buchlesung: „Wie wir uns eine Zukunft auf diesem Planeten erkämpfen“

    mit Johanna Schellhagen

    Ein Plakat mit beigem Hintergrund und einem weißen zentralen Bereich. Oben steht der Name der Autorin: „Johanna Schellhagen“. Der Buchtitel in fetten Großbuchstaben lautet: „WIE WIR UNS EINE ZUKUNFT AUF DIESEM PLANETEN ERKÄMPFEN“, ergänzt durch den Untertitel „Ein Handbuch für Unerschrockene“. In der Mitte sind zwei rote Notausgangs-Schilder abgebildet. Rechts ragt eine große rote Fahne ins Bild. Unten links in einem weißen Kasten stehen die Details zur Buchvorstellung: Sonntag, 18.10. um 16:00 Uhr im Haus auf der Mauer, Großer Saal, Johannisplatz 26, Jena. Unten finden sich die Logos der FAU und des Büchner Verlags.

    Die Klimabewegung steht an einem Wendepunkt: Überzeugende Strategien fehlen, Verzweiflung und Verdrängung machen sich breit. Doch wie kommen wir aus dieser Sackgasse heraus?

    In ihrem neuen Buch wagt Johanna Schellhagen einen konkreten Vorschlag: Wie können wir die nötige Geschlossenheit und materielle Macht aufbauen, um den Kapitalismus durch eine nachhaltige, vernünftige Produktionsweise zu ersetzen – und so die Klimakatastrophe noch abzuwenden?

    Johanna Schellhagen ist Gründerin und Mitarbeiterin von Labournet TV in Berlin und beschäftigt sich seit 25 Jahren filmisch mit sozialen Bewegungen, Streiks, Klassenkämpfen und der Klimabewegung.

    Kommt vorbei, diskutiert mit und lasst uns gemeinsam über Strategien für eine lebenswerte Zukunft reden!

    📍 Haus auf der Mauer, Großer Saal | Johannisplatz 26, Jena

    im Rahmen der ALOTA Jena

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    📖 Montag, 7.12. | 18:00–20:00

    Über Leben durch gegenseitige Hilfe im Kollaps

    Vortrag und Diskussion mit Annette Schlemm

    Veranstaltungsplakat mit rosa Rahmen. Oben steht in einem rosa Kasten: „Vortrag mit Annette Schlemm“. Darunter die Termindaten: Montag, 7.12. um 18:00 Uhr im Haus auf der Mauer, Großer Saal, Johannisplatz 26, Jena. Der Haupttitel in großer schwarzer Schrift lautet: „Über Leben durch gegenseitige Hilfe im Kollaps“. Darunter befindet sich ein Schwarz-Weiß-Bild, das eine Gruppe von Menschen zeigt, die sich gegenseitig an einem steilen Felsen hochziehen. Über das Bild ist schräg das Wort „Auszug“ gelegt. Unten links ist das Logo der FAU zu sehen.

    Viele von uns ahnen es längst: Es geht nicht mehr lange so gut wie jetzt noch. Die Artenvielfalt crasht, das Klima kippt, die Gesellschaft ebenfalls. Es geht nicht mehr darum, die Utopie des besseren Lebens durchzusetzen – sondern uns vor dem totalen Absturz zu retten.

    Was können wir tun, um die schon vorhandenen und kommenden Katastrophen vor allem für die Benachteiligten und Unterdrückten dieser Erde doch noch „besser“ zu machen? Was droht uns daran zu hindern? Woran orientieren wir uns, wie organisieren wir uns?

    Vor allem geht es um die Unterscheidung des solidarischen Preppens vom rechten, regressiven Preppen. Gedanken dazu stellt Annette Schlemm vor und lädt zur Diskussion ein.

    📍 Haus auf der Mauer, Großer Saal | Johannisplatz 26, Jena
    → Zur Veranstaltung


    Die Klimakrise lässt sich nicht losgelöst von der Frage denken, wie wir Wirtschaft und Gesellschaft umbauen. Kommt vorbei, bringt Freund*innen mit, diskutiert mit. Wir freuen uns auf euch!

    Eure Klimagruppe der FAU Jena

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  • Erfolgreiche Lohneintreibung bei sozialem Träger

    Erfolgreiche Lohneintreibung bei sozialem Träger

    Nach der eigenständigen Kündigung eines unserer Mitglieder bei seinem ehemaligen Arbeitgeber standen Kranken- und Urlaubszahlungen aus. Zudem wurden ohne Angabe konkreter Gründe einmalig 100 € vom Gehalt abgezogen.

    Mehrere Nachfragen unseres Mitglieds blieben unbeantwortet. Nach einer gemeinsamen Besprechung und dem Versand eines Forderungsschreibens an den Arbeitgeber ging dieser schließlich auf uns ein. Somit konnten wir eine Einigung von rund 1.000 € für unseren Genossen erzielen.

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  • Rechte Gewalt tötet – Solidarität mit niedergestochenem Antifaschisten in Stuttgart

    Rechte Gewalt tötet – Solidarität mit niedergestochenem Antifaschisten in Stuttgart

    Der mörderische Angriff auf unseren Gewerkschaftsfreund in Stuttgart ist kein Einzelfall, sondern Teil einer tödlichen Welle neonazistischer Gewalt. Gemeinsam mit „Uni gegen Rechts“ Jena solidarisieren wir den niedergestochenen Kollegen.

    Nie wieder ist JETZT!

    🔗 Zum vollständigen Statement

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  • Wir machen auf den Arbeitskampf unseres Schwester-Syndikats, der FAU Dresden, im Café V-Cake aufmerksam

    Wir machen auf den Arbeitskampf unseres Schwester-Syndikats, der FAU Dresden, im Café V-Cake aufmerksam

    Reblog via Allgemeines Syndikat Dresden

    Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz kollektiv bekämpfen! dd.fau.org/2025/10/20/sexuelle

    Die Dresdner Neustadt mag sich im Marketing als weltoffenes Szeneviertel präsentieren, die Realität für viele Beschäftigte in der Gastronomie sieht jedoch oft düster aus. Wie in vielen Betrieben der Branche herrschen auch im veganen Café V-Cake auf der Rothenburger Straße unzumutbare Arbeitsbedingungen. Nachdem sich Mitarbeiter*innen darüber beschwerten, wurden sie kurzerhand fristlos gekündigt. Daraufhin organisierte die FAU Dresden im August 2025 eine Protestkundgebung unter dem Motto „Süße Kuchen, bittere Jobs“ und zog auch vor Gericht. Der Inhaber des Cafés zeigte sich uneinsichtig, und ehemalige Angestellte berichten weiterhin von einem „unerträglichen Arbeitsklima“.

    Doch die Dimension dieses Arbeitskampfes geht weit über schlechte Bezahlung oder lange Stunden hinaus. Es soll gezielte Einschüchterung und sexualisierte Gewalt gegeben haben. Mehrere Arbeiter*innen schildern anzügliche Bemerkungen, ungewollte Berührungen und systematischen Machtmissbrauch durch den Chef. Darauf reagierte dieser mit Ablehnung, psychischem Druck, Kontrolle und Missachtung. Diese Vorwürfe zeigen, wie hierarchische Abhängigkeitsverhältnisse Belästigung und Gewalt Vorschub leistet. Die FAU hat dies zum Anlass genommen, mit einer Aufklärungsveranstaltung genau vor dem Café ein deutliches Zeichen gegen sexualisierte Gewalt am Arbeitsplatz zu setzen. Dieser Fall ist kein Einzelschicksal, sondern symptomatisch für eine Branche, in der das Machtgefälle zwischen Chef*innen und Arbeiter*innen allzu oft ausgenutzt wird. Umso wichtiger ist es, solidarisch an der Seite der Betroffenen zu stehen und solche Missstände nicht länger zu tolerieren.

    Den kompletten Text findet ihr unter https://www.addn.me/news/wegen-kuendigungen-arbeitskampf-in-der-neustaedter-gastro/.