Freie Arbeiter*innen Union Jena

Hier gibts neues aus eurer kämpferischen Basisgewerkschaft in Jena!

Solidarität mit dem Streik der polnischen Kolleg* innen

Eine Gruppe von etwa 25 protestierenden Arbeitern und Arbeiterinnen posiert für ein Gruppenfoto im Freien, wahrscheinlich auf einem Betriebsgelände. Viele von ihnen tragen orangefarbene Warnwesten. Sie halten gemeinsam ein großes schwarzes Transparent mit der weißen Aufschrift "NAJPIERW LUDZIE POTEM ZYSKI!", was "Erst die Menschen, dann die Profite!" bedeutet. Auf dem Transparent sind auch das Logo der polnischen Gewerkschaft "Inicjatywa Pracownicza" (eine schwarze Katze mit gebogenem Rücken) und das Symbol zweier erhobener Fäuste zu sehen. Links im Bild weht eine große rot-schwarze Flagge mit demselben Gewerkschaftslogo. Die Gruppe blickt entschlossen in die Kamera und vermittelt ein Gefühl von Solidarität.

Seit dem 3. Juni streiken 80 % der Produktionsarbeiter*innen in dem 300 Beschäftigte zählenden Werk unserer polnischen Schwestergewerkschaft Inicjatywa Pracownicza (IP) in der Firma Jeremias in Gniezno! Sie kämpfen für eine monatliche Lohnerhöhung von 180 Euro, längere bezahlte Pausen und die Auszahlung von Überstunden nach einem Monat statt nach einem Jahr.

Die deutsche Muttergesellschaft, die Jeremias Abgastechnik GmbH mit Sitz in Wassertrüdingen, Bayern, hat ihren Umsatz zwischen 2015 und 2023 von 64 auf 210 Millionen Euro mehr als verdreifacht. Der fünfköpfige Vorstand der polnischen Tochterfirma zahlte sich selbst in 2024 über 1,8 Millionen Złoty (eine knappe halbe Million in Euro) aus. Gleichzeitig sollen die polnischen Arbeiter*innen mit Löhnen unter Branchendurchschnitt die Gewinne erwirtschaften. Das Unternehmen kassiert sogar staatliche Beihilfen für Gefangenenarbeit.

Der Arbeitskonflikt dauert bereits über acht Monate und mündete am 3. Juni nach einer erfolgreichen Urabstimmung in den aktuellen Streik. Die Geschäftsführung hat zwei Gewerkschafter der IP entlassen und versucht die Streikenden in einem Lagerhaus ohne Wasserzugang zu isolieren. Sie droht mit Produktionsverlagerung und hat die US-Anwaltskanzlei Littler beauftragt, die Rechtmäßigkeit des Streiks anzufechten.

Die Kolleg*innen arbeiten unter schwierigen und gefährlichen Bedingungen mit schweren Metallteilen und schädlichen Chemikalien. Die schlechten Arbeitsbedingungen in Polen drücken auch die Standards in Deutschland. Deshalb rufen wir als FAU und IP besonders die deutschen Kolleg*innen im Stammwerk Wassertrüdingen auf: Lasst euch nicht als Streikbrecher missbrauchen! Der Streik in Gniezno ist auch im Interesse der Beschäftigten in Wassertrüdingen.

OZZ Inicjatywa Pracownicza

IBAN PL88 2130 0004 2001 0577 6570 0001

Code BIC/SWIFT: INGBPLPW

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