Treffen für alle Angstellten und Honorarkräfte bei Jenakultur

Montag, 11. Dezember 2017, 11 Uhr im FAU-Gewerkschaftslokal in der Bachstraße 22

Vor einigen Monaten haben Honorarkräfte der Musik- und Kunstschule Jena, getragen von Jenakultur, und Kolleg_innen der Bildungssektion der FAU Berlin eine AG zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen bei Jenakultur gebildet. Um unsere Initiative zu verbreiten, haben wir in den letzten Wochen Kolleg_innen und Eltern zu einem offenen Treffen eingeladen, zuletzt mit über 200 Flugblättern beim Adventskonzert der Musikschule im Volksbad. Das Treffen wird am 11. Dezember um 11 Uhr im FAU-Gewerkschaftslokal in Jena stattfinden. Alle Eltern, Honorarkräfte und Festangestellte der Jenakultur-Betriebe, v.a. der Musik- und Kunstschule und der Volkshochschule, sind zu dem Treffen eingeladen.

Es folgt der Text des Flugblatts zu den Arbeitsbedingungen an der Musik- und Kunstschule.

Schluss mit prekärer Arbeit bei Jenakultur!

Wir fordern für die Lehrer und Lehrerinnen der Musik- und Kunstschule Jena Festanstellung und eine Erhöhung der Honorare.

Bei der von Jenakultur getragenen Musik- und Kunstschule Jena arbeiten gut 100 Musiklehrer und -lehrerinnen. Von ihnen sind nur 25 fest angestellt. Der Rest bekommt lediglich Honrarverträge. Das bedeutet trotz gleicher Arbeitsleistung u.a.

  • dass sie im Krankheitsfall keinen Lohn erhalten

  • dass sie in Ferienzeiten nicht bezahlt werden

  • dass sie ihren Lohn verlieren, wenn Unterricht ausfällt

  • dass sie keinen Kündigungsschutz, Mutterschutz und keine Arbeitsplatz­sicher­heit genießen

  • dass sie von ihrem kleinen Honorar selbst in die Sozialversicherungskassen einzahlen müssen

Darüber hinaus ist das Honorar seit knapp 20 Jahren nicht gestiegen und wurde in der Zeit von der Inflation zerfressen. Kein Wunder, dass zahlreiche der Honorarkräfte gezwungen sind, beim Jobcenter aufzustocken oder mehrere Nebenjobs anzunehmen.

An diesen extrem prekären Arbeits- und Lebensbedingungen hat sich trotz weitreichender Unzufriedenheit und trotz Protesten nichts geändert. Schon 2011 hatte die Initiative „Gelbe Karte für Jenakultur“ einen Protest vorm Stadtrat organisiert – ohne Ergebnis.

Wir machen uns keine Illusion: Die zunehmende Verdrängung ordentlicher Arbeitsverhältnisse durch prekäre Honrarverträge im Bildungs- und Kultursektor ist keine einfache Fehlentscheidung, es hat System. Jenakultur spart auf dem Rücken ihrer Arbeiter und Arbeiterinnen Personalkosten. Dasselbe tun auch andere Einrichtungen wie beispielsweise die Universität Jena, die mit sogenannten Lehr­aufträgen einen Teil ihrer Dozenten und Dozentinnen unter ähnlichen Bedingungen hält.

Hier halten wir unsere beiden zentralen Forderungen dagegen:

Mehr Festanstellungen! Erhöhung der Honorare!

Das sind Forderungen, die Viele gutheißen, die auch von der Leitung selbst der Musik- und Kunstschule Jena mehrfach vertreten wurden und die Jenakultur bisher erfolgreich ignoriert hat.

Sicherlich sind der Bildungs- und Kultursektor unterfinanziert. Spielraum scheint es dennoch zu geben. Wie sonst könnten sich die Stadt und Jenakultur den Bau eines ganzen Gebäudes am Engelplatz leisten, wohin dann die Ernst-Abbe-Bücherei und der Bürgerservice umziehen sollen? Wie sonst kann eine deutlich ärmere Kommune wie Naumburg die Erhöhung der Honorare ihrer Musikschullehrer und -lehrerinnen auf ein Niveau von über 30% über dem von Jena leisten? Es ist offensichtlich eine Frage des Willens bzw. des Drucks von unten.

Deswegen haben wir uns als gewerkschaftliche Initiative zusammengefunden, um Jenakultur endlich dazu zu bringen, mehr Musikschullehrer und -lehrerinnen fest anzustellen und die Honorarsätze zu erhöhen. Wir sind Honorarlehrer von der Musik- und Kunstschule Jena und Kollegen und Kolleginnen aus der Bildungssektion der FAU Jena, einer selbstorganisierten Basisgewerkschaft.

Wir laden Euch – Festangestellte und Honorarkräfte von Jenakultur (MKS, VHS u.a.), Eltern, Schülerinnen und Schüler – zu einem offenen Treffen ein. Es wird am Montag, den 11. Dezember 2017, um 11 Uhr im FAU-Gewerkschaftslokal in der Bachstraße 22, 07743 Jena, stattfinden. Dort möchten wir uns als Initiative vorstellen, mit Euch über die Situation sprechen und darüber austauschen, wie wir Jenakultur unter Druck setzen können. Dabei würden wir uns freuen, wenn sich mehr Menschen gewerkschaftlich organisieren und unserer Initiative anschließen. Personen in leiten­den Funktionen bei Jenakultur sind nicht eingeladen, weil wir uns erst untereinander und von unten organisieren möchten.

Den Vormittagstermin haben wir gewählt, damit möglichst viele Musikschullehrer und -lehrerinnen kommen können. Falls Ihr aufgrund von Schule, Ausbildung oder Arbeit zu dem Termin keine Zeit habt, meldet euch gerne per Mail bei uns unter fauj-bildung@fau.org.

Die AG Honorarkräfte der Bildungssektion der FAU Jena

Jena, November 2017

[ssba]

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