Aktion zum Sommerfest der Universität Jena

Letzten Freitag haben wir uns schick gemacht und unter das Sommerfest der Universität Jena gemischt. An allen Eingängen haben wir fleißig Flyer verteilt und weiter über unseren aktuellen Konflikt mit der Universität Jena informiert. Wir zeigen der Uni, dass wir nicht aufgeben und auch wenn sie die Güteverhandlung nun schon zweimal verschoben haben, wir trotzdem nicht klein beigeben bis Eli wieder eingestellt ist!
Nachdem wir über 2000 Flyer an die Gäste des Sommerfests verteilt haben, haben wir uns noch am Rost getroffen und den Abend gemütlich ausklingen lassen.

Unterstützt Eli und begleitet uns zur Güteverhandlung!

Wir werden der Uni auch weiterhin keine Ruhe geben, solange sie Eli nicht wieder einstellt und sind sehr gespannt auf die baldige öffentliche Güteverhandlung! Wenn ihr Zeit habt, kommt gerne am 18.07.24, um 13 Uhr zum Arbeitsgericht Gera (Rudolf-Diener-Straße 1, 07545 Gera) und supportet Eli!
Wir werden den Zug 11:53 Uhr am Westbahnhof Jena Richtung Gera nehmen.

Flyer zum Sommerfest der Uni Jena

Liebe Gäste,
wir wünschen Ihnen ein schönes Sommerfest!
Wir bitten Sie aber auch um fünf Minuten Ihrer Zeit, um Sie über einen
besorgniserregenden Vorgang an unserer Universität zu informieren.
Im Dezember 2023 hat das Personaldezernat den Vertrag eines wissenschaftlichen
Mitarbeiters und Klima-Aktivisten aufgehoben. Der Grund: Er hatte an friedlichen
Aktionen des zivilen Ungehorsams zum Schutz von Umwelt und Klima teilgenommen
und wurde deswegen wegen Widerstands verurteilt.
Die Gewerkschaft FAU hat Gespräche angeboten und Klage am Arbeitsgericht
eingelegt; die Gewerkschaftsgruppen an der Universität und Klima-Gruppen in Jena
haben einen offenen Brief an die Universität gerichtet; 70 Personen haben – trotz
strömenden Regens – an einer Protestkundgebung vor dem Uni-Hauptgebäude
teilgenommen und neben gewerkschaftlichen Medien haben auch OTZ und Akrützel
berichtet.
Und die Universität? Sie hat die Gespräche verweigert, den Gütetermin am
Arbeitsgericht bereits zweimal verschoben und die Unterzeichner:innen des offenen
Briefs mit der faulen Ausrede, man werde sich nicht zu einem laufenden Verfahren
äußern, abgespeist.
Was müssen wir bisher konstatieren? Unsere Universität fördert angeblich Demokratie
und Engagement, aber schmeißt einen engagierten Kollegen raus und verweigert die
politische Auseinandersetzung. Die Universität verfolgt öffentlich eine Nachhaltig-
keitsstrategie und richtet ein Green Office ein, während sie gleichzeitig einen Klima-
Aktivisten als Mitarbeiter entfernt. Die rechtsextreme AfD wird zur stärksten Partei in
Thüringen und gerade jetzt sollten wir mutig sein und aktiv werden. Doch die
Universität droht indirekt damit, uns bei Verurteilungen aufgrund von zivilem
Ungehorsam zu entlassen.
Wir können das nicht hinnehmen. Wir appellieren an die Universitätsleitung, endlich
umzudenken und eine gütliche Einigung zu ermöglichen. Wir appellieren an den neuen
Präsidenten Marx, einen neuen Anfang in der Sache zu wagen. Und wir rufen alle
Kolleg:innen und Studierenden auf, diesen bedenklichen Vorgang zum Thema zu
machen. Gleichzeitig versprechen wir der Universitätsleitung, dass wir bis zur
Wiedereinstellung unseres Kollegen keine Ruhe geben werden.
Wir laden alle herzlich dazu ein, am 18. Juli 2024, 13 Uhr die Güteverhandlung am
Arbeitsgericht Gera zu besuchen. Abfahrt vom Bahnhof Jena-West um 11:53,
Personalausweis für die Einlasskontrolle nicht vergessen.

Einladung zum 1. Mai

Liebe Genoss*innen, Freund*innen und Interessierte,
der Tag der Arbeiter*innenbewegung steht vor der Tür und wir wollen raus auf die Straße! Am 1. Mai möchten wir gemeinsam zur kämpferischen 1. Mai-Demo der DGB-Gewerkschaften mit dem Motto „Mehr Lohn, mehr Freizeit, mehr Sicherheit“ gehen. Diese beginnt 11 Uhr am Johannisplatz. Wir freuen uns darauf, mit unseren Kolleg*innen von ver.di auf die Straße zu gehen, nachdem wir in der Tarifrunde der Länder im Herbst 2023 bereits gemeinsam für eine Lohnerhöhung gestreikt und gekämpft hatten.

Danach öffnen wir ab ca. 14 Uhr unser Lokal in der Bachstraße 22, 07743 Jena und wollen euch alle herzlich eingeladen vorbeizukommen, uns und unser Lokal kennenzulernen und den 1. Mai ausklingen zu lassen. Es wird ein kleines Buffet und leckere Getränke geben.

Neben der DGB-Demo in Jena wird in Gera die Demo „Kämpfe verbinden – Kapitalismus überwinden“ stattfinden. Diese beginnt um 14 Uhr am Hauptbahnhof in Gera.
Außerdem läd die FAU Leipzig zur „syndikalistischer 1. Mai“-Demo ein. Diese beginnt ebenfalls 14 Uhr am Richard-Wagner-Platz in Leipzig.

In dem Sinne: kämpferische Grüße und wir sehen uns auf der Straße!

Pressemitteilung Universität entledigt sich Klimaaktivisten

Die Friedrich-Schiller-Universität Jena (FSU) erklärte einen Arbeitsvertrag mit einer:m wissenschaftlichen Mitarbeiter:in im letzten Dezember wegen Vorstrafen im Zusammenhang mit Klimaaktivismus für ungültig. Die Gewerkschaft Freie Arbeiterinnen- und Arbeiter-Union Jena (FAU Jena) vertritt die betroffene Person und geht nun juristisch dagegen vor.
Die FSU Jena legt zum Abschluss eines Arbeitsvertrages standardmäßig ein Dokument vor, in dem allgemein nach Vorstrafen gefragt wird. Der:die Wissenschaftler:in Eli unterschrieb das Dokument. Zeitgleich ließ Eli ein polizeiliches Führungszeugnis an die Universität schicken. Dort waren Einträge zu finden, weswegen die Universität Jena Eli nun arglistige Täuschung vorwirft und den Arbeitsvertrag juristisch anfechtet. Die FAU Jena widerspricht dieser Argumentation.
“Das unspezifische Abfragen von Vorstrafen seitens der Universität im Anstellungsverfahren ist unzulässig. Es besteht für Bewerbende auch im öffentlichen Dienst keine allumfassende Offenbarungspflicht. Entsprechend liegt hier keine rechtswidrige Täuschung vor und der Arbeitsvertrag hat Bestand. Außerdem schickte unser Mitglied sein Führungszeugnis unverzüglich an die Universität und gab auf Rückfrage ohne zu zögern und wahrheitsgemäß Auskunft zu den Einträgen”, so der Gewerkschaftssekretär Thomas Möller der FAU Jena.
Nachdem die FAU Jena die Friedrich-Schiller-Universität Jena darauf hingewiesen hat, äußerte sich due Universität erneut. Sie wolle generell keine vorbestraften Menschen einstellen. Außerdem unterstellte sie Eli eine antidemokratische Grundhaltung und begründete so die fehlende Eignung von Eli als wissenschaftliche:r Mitarbeiter:in. “Ich bin erschrocken über diese Interpretation. Mit meinem Protest wollte ich dafür einstehen, dass sich auch unsere Bundesregierung an das Pariser Klimaabkommen und die selbst gesteckten Klimaziele hält. Die Uni sorgt mit der Blockade meines beruflichen Werdegangs nun dafür, dass mir dieser zum Verhängnis wird für meine zukünftige Karriere.”
Diese Woche reichte die FAU Jena eine Feststellungsklage beim Arbeitsgericht Gera ein. Zudem ist eine Kundgebung vor der Güteverhandlung geplant.

FSU Jena wirft Klimaaktivist:in raus

Was ist passiert?
Die Friedrich-Schiller-Universität Jena wirft den:die Klimaaktivist:in Eli raus, aufgrund von Vorstrafen die durch zivilen Ungehorsam im Klimaaktivismus entstanden sind.
Warum kämpfen wir dagegen an?

Die FSU Jena behindert Elis wissenschaftliche Karriere und somit seine:ihre berufliche Zukunft aufgrund seines:ihres zivilen Ungehorsams und kriminalisiert damit als weitere Institution den dringend notwendigen Klimaaktivismus. Auch arbeitsrechtlich ist der Fall heikel, da die Vorstrafen in keinem Zusammenhang mit seiner:ihrer Tätigkeit stehen und somit nicht hätten abgefragt werden dürfen.

und sowieso
In der Wissenschaft herrscht Konsens darüber, dass entschlossenes Handeln wichtig ist, um der Klimakatastrophe entgegenzuwirken. Auch die FSU Jena setzt sich laut ihrem Leitbild für Kilma- und Umweltgerechtigkeit ein. Die Nachhaltigkeitsstrategie der Uni Jena erscheint uns aber mehr als scheinheilig: sie setzt sich für mehr Partizipation der Universitätsangehörigen in ihrer Nachhaltigkeitsarbeit ein, aber umgesetzt wird bisher wenig.
Ganz im Gegenteil:
außeruniversitär engagierten Menschen droht der Rauswurf aufgrund ihres Aktivismus!
Das lassen wir nicht zu!
Wir, die FAU Jena kämpfen solidarisch mit unserem Mitglied Eli, das es seine
 Arbeit wieder aufnehmen kann und Klimaaktivismus KEINE Konsequenzen am
Arbeitsplatz hat! Heute haben wir Klage beim Amtsgericht Gera eingereicht. Wir sind wütend über das Vorgehen der Uni Jena und wollen nicht hinnehmen, dass unserem Mitglied Eli aufgrund von Klimaaktivismus gekündigt wird. Deshalb wollen wir neben der Klage öffentlich darauf Aufmerksam machen. Es kann nicht sein, dass Vorstrafen, die im Zusammenhang mit Klimaaktivismus entstehen, gleich behandelt werden wie z.B. rechte Straftaten. Besonders weil sich die Uni Jena gerne ein “grünes“ Image verpassen will. Wir betrachten die Kündigung mit großer Sorge, auch im Hinblick auf die kommenden Landtagswahlen in Thüringen. Wenn schon jetzt die Strategie der Uni ist, unliebsame Personen durch annulieren des Arbeitsvertrages loszuwerden, ist das nur ein Vorgeschmack darauf, was uns als engagierten Arbeiter:innen unter einer rechten Regierung drohen wird. Deswegen ist es um so wichtiger, jetzt solidarisch mit betroffenen Personen zu stehen und auf die Missstände aufmerksam zu machen. Denn ein Angriff auf eine:n Arbeiter:in ist ein Angriff auf alle Arbeiter:innen.
Wenn ihr euch noch mehr für den Fall interessiert, findet ihr hier auch ein Artikel von der Jenaer Hochschulzeitschrift Akrützel.
Die offizielle Pressemitteilung findet ihr hier.