Kundgebung vor Paradiescafé: FAU fordert Entschädigung für ehemalige Auszubildende

Seit diesem Sommer fordert eine ehemalige Auszubildende vom Paradiescafé eine Entschädigung nach dem Berufsbildungsgesetz dafür, dass sie aufgrund des stark belastenden Betriebsklimas ihre Ausbildung abbrechen musste. Dazu hat sie mit gewerkschaftlicher und anwaltlicher Unterstützung geklagt. Allerdings kam es in der Güteverhandlung zu keiner Einigung. Der Kammertermin am Arbeitsgericht ist für den Mai 2022 angesetzt.

Nun hat die FAU Jena am 28. August 2021 eine Kundgebung vor dem Paradiescafé durchgeführt. Etwa 15 Gewerkschafter:innen und Unterstützer:innen fanden sich zusammen und machten gemeinsam auf den Fall aufmerksam. Sie verteilten Flugblätter an die Eltern des benachbarten Spielplatzes, an Passant:innen und einige der Kund:innen. Dabei erhielten sie mehrere Unterstützungsbekundungen. Viele der Fans des FCC, die im Paradiescafé ihr Bier tranken, erklärten den Gewerkschafter:innen gegenüber ihre Solidarität. Auch äußerte eine Mutter vom Spielplatz: „Dass der Alf ein Verbrecher ist, ist in Jena stadtweit bekannt. Da wundert mich gar nichts mehr.“ Das können wir als Gewerkschaft nicht bestätigen. Wohl zeigen solche Aussagen aber, dass die Zustände, gegen die sich die ehamlige Auszubildende nachträglich wehrt, nicht unbekannt sind.

Mit der Kundgebung haben wir dem Paradiescafé gezeigt, dass man die Forderung unserer Kollegin nicht einfach aussitzen kann. Wir werden weiterhin in der Öffentlichkeit für ihre Interessen eintreten – solange, bis es zu einer vernünftigen Einigung oder einer gerichtlichen Entscheidung kommt.

Ehemalige Auszubildende geht zusammen mit der FAU Jena gegen Schikane im Restaurant Paradies Café GmbH vor

Das Restaurant Paradies Café GmbH ist zwar wunderschön im Paradiespark der Stadt Jena gelegen, die Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen sind allerdings alles andere als paradiesisch. Nun geht eine ehemalige Ausbildende zusammen mit der Basisgewerkschaft FAU Jena gegen ihren früheren Arbeitgeber vor.

Dieser hatte im Sommer letzten Jahres die Kollegin wiederholt vor Gästen und Kolleg*innen in grober Weise beleidigt. Dabei spielte es für den Chef, der gleichzeitig auch Betreiber des F-Haus in Jena ist, scheinbar keine Rolle, ob die Beleidigungen in der betriebsinternen WhatsApp-Gruppe oder öffentlich in der Betriebsstätte ausgesprochen wurden. Neben dem unerträglichen Betriebsklima bekam die ehemalige Auszubildende immer seltener Schichten zugeteilt, die für den erfolgreichen Abschluss der Ausbildung zur Restaurantfachkraft dringend notwendig gewesen wären.

Aufgrund der hohen psychischen Belastung durch die anhaltende Schikane des Chefs beschloss die ehemalige Auszubildende aus Eigenschutz, im November letzten Jahres zu kündigen, und wandte sich an die FAU. Nun wird gemeinsam auf juristischem Weg ein Schadensersatz für die vorzeitige Beendigung des Ausbildungsverhältnisses (nach § 23 I Berufsbildungsgesetz) angestrebt.

Die Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen in der Gastronomie sind oftmals hart: geringe Vergütungen, ungünstige Arbeitszeiten, neben einer besonderen Betroffenheit der Branche von der Pandemie. Die Gestaltung des Betriebsklimas und die Einhaltung der Fürsorgepflichten liegen aber ganz beim Inhaber, der keinen Wert auf einen respektvollen Umgang zu legen scheint. Dies schildern auch weitere Ex-Angestellte und Gäste. Eine Stellenannonce auf Facebook spiegelt den Geist des Unternehmens wieder:

„Unser kleines Team sucht Kellner / Kellerin – gern auch Teilzeit über Minijob. schöne wäre wenn du halbwegs pünktlich u drogenfrei auf Arbeit kommst und das kleine 1×1 kannst – Aufbesserung bei guter Leistung geht immer“ (14.07.2021, Rechtschreibfehler im Original)

Die FAU Jena fordert zusammen mit der ehemaligen Auszubildenden einen angemessenen Schadensersatz für die erlebte Schikane am Ausbildungsplatz und den verhinderten Ausbildungsabschluss. In der Ausbildung muss nicht alles hingenommen werden: Lehrjahre zu Herrenjahren machen!

Sommerschule der FAU in Hannover

Die Teilnehmer:innen der FAU-Sommerschule.

Zum letzten Juli-Wochenende 2021 fand in Hannover die bundesweite Sommerschule der Basisgewerkschaft FAU statt. Unter den über 75 Teilnehmer:innen befanden sich auch einige Mitglieder der FAU Jena.

Die Sommerschule wird von der bundesweiten FAU-Föderation ausgerichtet. Schulungsleiter:innen aus zahlreichen Städten boten Veranstaltungen und Workshops zu verschiedenen praktischen gewerkschaftlichen Themen an – vom betrieblichen Organizing und militanten Untersuchungen über Arbeitsrechtliches wie Tarifverträge und Kündigungsschutz bis hin zu Sprechstunden, Öffentlichkeitsarbeit, gewerkschaftlichen Zutrittsrechten zum Betrieb und der Vertretung der eigenen Mitglieder am Arbeitsgericht.

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Außergerichtliche Einigung mit Nordhäuser Hausmeister und Paketzusteller Rolf Hübsch

Von dem ausstehenden Lohn, den eine Arbeiterin aus Nordhausen erfolglos von ihrem ehemaligen Arbeitgeber mündlich gefordert hatte, konnte sie mit Unterstützung der Gewerkschaft FAU Jena durch Öffentlichkeitsarbeit und eine Klage zumindest einen Teilbetrag durchsetzen.

„Die Arbeiterin macht geltend, dass sie für mehrere Stunden und Tage geleisteter Arbeit nicht bezahlt worden sei – darunter zwei Wochen Probearbeit. Nach geltendem Arbeitsrecht ist Probearbeit voll zu vergüten!“, so die Gewerkschaft im Januar 2021.

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Antifaschismus lässt sich weder verbieten, noch einsperren – Freiheit für Lina!

Am 5. November 2020 wurde die Studentin Lina aus Leipzig im Rahmen einer größeren Razzia verhaftet und anschließend in Untersuchungshaft gesteckt. Seitdem sitzt sie in der JVA Chemnitz. Ihr wird vorgeworfen, sie habe als Kopf einer „kriminellen Vereinigung“ nach § 129 StGB Angriffe auf Neonazis organisiert und durchgeführt. Dabei geht es vor allem um zwei Angriffe auf eine Eisenacher Neonazi-Kneipe und ihren Betreiber Ende 2019.

Die Eisenacher Neonazi-Szene, insbesondere der Betreiber der besagten Kneipe, sind Teil nationaler und internationaler bewaffneter Neonazi-Netzwerke1. Die letzten rechten Terror- und Mordanschläge auf Walter Lübcke, auf die Synagoge in Halle und die Shisha-Bar in Hanau und viele weitere Angriffe zeigen deutlich, wozu diese Netzwerke schon jetzt in der Lage sind.

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FAU Jena unterstützt Kundgebungen für feministischen Streik in Jena

Am 8. März 2021 veranstaltet das Frauen*streik-Bündnis aus Jena vier Kundgebungen vor Betrieben und auf Plätzen in Jena-Göschwitz und Jena-Lobeda. Als Basisgewerkschaft unterstützen wir das Bündnis, dessen Forderungen und die Aktionen und rufen ebenfalls zur Teilnahme dazu auf:

08. März 2021: „Die Krise steckt im System – Auf zum feministischen Streik gegen den Normalzustand!“

11-13 Uhr: IG-Metall-Kundgebung zur Tarifrunde (Göschwitz/Jenoptik)

13:30 Uhr: Kundgebung „Krankenhaus statt Fabrik“ (Lobeda/Universitätsklinik)

14:00 Uhr: Kundgebung (Lobeda/Salvador-Allende-Platz)

15:30 Uhr: Kundgebung und „Platz für Sorge“ (Lobeda/Platz an der Station Lobeda-West)

Außerdem veranstaltet das Bündnis in den kommenden Tagen interessante Veranstaltungen. Weitere Informationen dazu findet ihr auf der Seite des Frauen*streik-Bündnisses Jena.

Jena, 4. März 2021

Wegen unbezahlter Arbeit – Arbeiterin stellt Nachforderung an Nordhausener Hausmeister und Paketzusteller Rolf Hübsch

Eine Arbeiterin, die im Corona-Sommer 2020 beim Nordhausener Hausmeister und u. a. für Hermes tätigen Paketzustellservice von Rolf Hübsch beschäftigt war, geht nun mit der Basisgewerkschaft FAU Jena gegen ihren ehemaligen Arbeitgeber vor. Nachdem sie schon im Oktober 2020 erfolglos die Auszahlung ausstehenden Lohnes gefordert hatte, hat sie im Dezember 2020 die Gewerkschaft eingeschaltet.

Die Arbeiterin macht geltend, dass sie für mehrere Stunden und Tage geleisteter Arbeit nicht bezahlt worden sei – darunter zwei Wochen Probearbeit. Nach geltendem Arbeitsrecht ist Probearbeit voll zu vergüten.

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Info-Veranstaltung zur Studienfinanzierung

Samstag | 12.12.2020 | 11–14 Uhr | Online

Alle Studierenden müssen einen Weg finden, ihr Studium zu finanzieren und sich auch sonst finanziell über Wasser zu halten. Arbeiterkinder stehen dabei vor größeren Herausforderungen. Wir werden einen Überblick über die verschiedenen Möglichkeiten der Studienfinanzierung geben, beratende und unterstützende Stellen und Organisationen empfehlen und für Fragen zur Verfügung stehen. Dazu gehören auch Tipps und Tricks, die leider noch viel zu unbekannt sind. Diese Veranstaltung richtet sich an alle, die studieren möchten, ein Studium begonnen haben oder schon länger studieren und die sich Gedanken darüber machen, wie sie sich und ihr Studium finanzieren können.

Anmeldung bis Freitag, 11.12.2020, unter fauj-gewaktion@fau.org

Schulung zu arbeitsrechtlichen Mindeststandards – mit Exkurs zu Minijobs

14. November 2020 | 11-14 Uhr | Online | von der FAU Jena

Wir werden in die grundlegenden arbeitsrechtlichen Mindeststandards einführen (Mindestlohn, Urlaub, Krankheit, Kündigung, Verträge u.a.) und auf die Besonderheiten in sogenannten Minijobs eingehen. Anschließend machen wir praktische Übungen zum Ausrechnen offener Ansprüche.

Anmeldung per Mail unter fauj-gewaktion@fau.org